Heimvorteil
Der Heimvorteil ist die zusätzliche Leistung, die ein Team aus dem Spiel im eigenen Stadion zieht: die Fans, keine Anreise, die Vertrautheit mit dem Platz. In den großen Ligen gewinnt das Heimteam rund 45 % der Spiele, die Gäste kaum 30 %.
Der Heimvorteil ist einer der am besten belegten Effekte im Fußball. Mehrere Ursachen kommen zusammen: die Fans, die das Team pushen und womöglich auch manche Schiedsrichterentscheidung beeinflussen; keine Reise und weniger Müdigkeit; die Vertrautheit mit dem Platz, seinen Maßen und seiner Umgebung. Die Geisterspiel-Saisons 2020-21 haben es umgekehrt bewiesen: Ohne Zuschauer schrumpfte der Vorteil in mehreren Ligen deutlich.
Seine Größe ist nicht überall gleich. Sie hängt von Liga und Stadion ab (Höhenlage, Klima, lange Reisen quer durch Afrika oder Südamerika) und hat über die Jahrzehnte tendenziell abgenommen. Auf neutralem Platz verschwindet er fast ganz, etwa in einem Finale oder bei manchen Endrundenspielen eines internationalen Turniers.
Für eine Vorhersage sollte man ihn weder ignorieren noch überschätzen. Ein starkes Team bleibt auswärts gegen einen schwachen Gastgeber oft Favorit: Der Heimvorteil verschiebt die Wahrscheinlichkeiten, dreht sie aber selten allein um. Deshalb gilt ein Auswärtsunentschieden auch oft als gutes Ergebnis.
Beispiel
Zwei gleich starke Teams mit je 1,3 erwarteten Toren: Auf neutralem Platz ergibt ein Poisson-Modell etwa 37 % / 26 % / 37 %. Multipliziert man die erwarteten Tore des Heimteams mit 1,12 (1,46) und teilt die der Gäste durch 1,12 (1,16), werden daraus etwa 44 % / 26 % / 30 %.
So nutzt Elofoot den Begriff
Das Poisson-Modell von Elofoot wendet einen Heimvorteil-Koeffizienten von 1,12 an: Die erwarteten Tore des Heimteams werden mit 1,12 multipliziert, die der Gäste durch 1,12 geteilt – nachdem xG, Form, Tabellenplatz und Ligastärke jedes Teams berücksichtigt wurden.
Häufige Fragen
- Gibt es den Heimvorteil noch?
- Ja, auch wenn er über die Jahrzehnte kleiner geworden ist. In den großen Ligen gewinnen Heimteams immer noch deutlich öfter als Gastteams.
- Warum ist er bei Geisterspielen gesunken?
- Weil ein Teil des Effekts von den Fans kommt. Ohne Zuschauer 2020-21 schrumpfte der Abstand zwischen Heim- und Auswärtssiegen in mehreren Ligen deutlich.
- Gilt er auch auf neutralem Platz?
- Kaum. Bei einem Finale oder einem Turnierspiel in einem Drittland fällt er weitgehend weg, außer ein Team spielt faktisch vor eigenem Publikum.
Siehe auch
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